Auf der Webseite der Seelsorgeeinheit St. Christopherus steht heute folgender Text:
Wir bitten um Ihr Verständnis … Auf Bitten des Erzbischöflichen Ordinariates wurde die “Eingabe der Gemeinden der Seelsorgeeinheit Christophorus zur derzeitigen Situation der Weiterentwicklung der Seelsorgestrukturen im Erzbistum Freiburg” von der Homepage heruntergenommen. Wir bitten um Verständnis!
Nein – ich habe kein Verständnis und zwar für die Bitte des Erzbischöflichen Ordinariats. In der erwähnten Eingabe geht es auch um die “Abschaffung des Zölibats”. Eine Eingabe ist eine Eingabe, nicht mehr und nicht weniger. Und wenn alle Katholiken der Republik unterschrieben hätten, läge die Entscheidung dennoch bei den Kirchenoberen. Alleine schon die Unterschriftensammlung für die Eingabe zu unterdrücken lässt ganz tief blicken. Es fehlt hier ganz offensichtlich die minimale Bereitschaft wenigstens die normalen Gemeindemitglieder zu hören. Ich schreibe bewusst “zu hören” es geht nicht einmal darum “auf sie zu hören”. Mir kommt das vor als würde ein kleines Kind sich die Ohren zu halten und “ich höre nichts” sagen.
Es ist für mich ein Armutszeugnis, dass die Oberen der Kirche darauf drängen, dass die Formulare für die Unterschriften und die Hinweisplakate weggeräumt werden. Quelle.
Ich mache mich kundig und werde ggf. hier die Formulare zum Download anbieten.

Wow, ich hab gar nichts gewusst von dieser Eingabe. Wo du dich überall rumtreibst
Das geht ja richtig ans eingemachte des innersten katholischen Kirchenfriedens. Kann ich mir vorstellen das so alte Herren wie Zöllitsch außer Rand und Band geraten. Wenn er das nicht gebacken kriegt, ist sein Boss richtig stinkig. Ich kenn mich mit dem Zölibat nicht so richtig aus, aber kann ich da auch unterschreiben?
Tja – das lokal Handeln hat viele Facetten. Dass sich auch in der Kirchenbasis Unmut über vieles regt wird kaum berichtet. Ich habe inzwischen den Text der Eingabe vorliegen und werde demnächst nach Rücksprache mit den Urhebern der Eingabe noch einen Beitrag mit Unterschriftenmöglichkeit einstellen.
Die Eingabe hat auch die Zulassung von Frauen zum Priesteramt zum Inhalt.
Wieder einmal erkenne ich, warum ich aus der kath. Kirche ausgetreten bin. Dieses herrische Verhalten, diese Doppelmoral, diese salbunbsvoll von der Kanzel labernden Kirchenfürsten … sind einfach nur noch peinlich und beleidigen meinen Verstand.
Um nicht falsch verstanden zu werden, ich meine hier nicht den christlichen Gedanken, sondern nur die Besitzstandswahrer der Kirche.
Das Zöllibat wurde eingeführt, damit die kath. Kirchen sich nicht um die Hinterbleibenen ihrer Prister kümmern muss und die Habseligkeiten derselben in Besitz der Kirche
verbleiben.
Wie lässt Reinhard Mey in einem Lied den Staatsmann zum Kirchenmann sagen? “Halt du sie dumm, ich halt sie arm.”
Der christliche Gedanke kann OHNE Kirche viel mehr erreichen.
Liebe Grüße
Margitta
Pingback: aebby LOG » Blog Archive » Petition: Zölibat weg und Frauen ins Priesteramt
@Margitta … tja die zwei Seiten der Kirche … auf der einen Seite die Hochoffiziellen und der auf Macht und Loyalität basierende Apparat, auf der anderen Seite die Gemeinden mit ihren Ehrenamtlichen, die inzwischen einen großen Teil der Arbeit leisten.
Die Kirche hat viele Nischen in denen christliche Ideale wirklich gelebt werden, leider spielen diese Nischen in der Wahrnehmung der Kirche keine Rolle. Einer dieser Nischen verdanke ich mein Leben – das ist wahrscheinlich der Grund warum ich immer noch nicht ausgetreten bin und für Erhalt und ein Wachstum der Nischen eintrete.
@antiferengi … Mitmachen siehe hier
http://www.aebby.de/wordpress/2010/03/05/petition-zolibat-weg-und-frauen-ins-priesteramt/
Ich bin zwar kein besonders aktiver Kirchengänger, aber ich habe nie gedacht, dass ich mich einmal für meine Kirchenzugehörigkeit schämen muss. Es ist soweit. Unser Austritt aus dieser Scheinkirche ist bereits eingeleitet.
@dotchen … was soll ich sagen? *htmmm Diese Aktion des Herr Zollitsch markiert wohl so eine Bruchlinie an der man sich zum letzten Anlauf oder zum endgültigen Abschied entscheidet.
Das ganze Thema ist ziemlich deprimierend für mich :-/
Schade, dass über die Katholische Kirche immer nur hergezogen wird, wenn die vermeintliche “Basis” darüber aufgeklärt wird, dass Forderungen wie diese nicht mehr auf dem Boden des katholischen Kirchenverständnisses stehen. Daher ist nur allzu verständlich, dass die genannte “Eingabe” nichts auf einer offiziellen Internetseite der Erzdiözese Freiburg (und das ist die Seite der genannten Pfarrgemeinden) zu suchen hat.
Ich gehöre ebenfalls zur “Basis”, aber ich stehe auf der Seite und auf dem Boden unserer Katholischen Kirche und damit anerkenne ich die grundlegendem Lehraussagen des Papstes und auch der Konzilien (auch des vielzitierten 2. Vatikanums!) zu Ehelosigkeit der Priester und die Beschränkung des Priestertums auf Männer.
Die theologischen Begründungen dafür sind weitaus profunder als die willkürlich herausgepickten “Gründe”, die in der “Petition” genannt werden. Zur Information lese man bitte z.B. die Dokumente des 2. Vatikanischen Konzils Lumen Gentium (Kapitel 10, 11, 12, 25, 28), Presbyterorum Ordinis (Kapitel 16) und Optatam Totius (Kapitel 10). Daneben sei zur lektüre empfohlen das Apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. “Ordinatio Sacerdotalis” an dessen Ende man die klare Aussage findet, dass die Kirche keine Vollmacht hat, die Priesterweihe an Frauen zu spenden, ohne dabei die Würde und Bedeutung der Frau in irgendeiner Weise herabzusetzen.
Diskutieren kann man vieles, aber bitte nicht in solch einer manipulativen Form, wie es die genannte “Eingabe” in schlechter Tradition wieder einmal tut. Es gibt nun einmal ein Fundament, auf dem unsere Kirche steht, und die sollte ein gläubiger Katholik auch in Demut annehmen können. Das hat übrigens überhaupt nichts mit Kritiklosigkeit zu tun! Denn Kritik zu üben, heißt nicht notwendigerweise, sich von den Grundüberzeugungen seiner Kirche zu distanzieren. Dies aber tun die hiesigen “Petenten”.
Wie gesagt, zur Basis gehören auch Katholiken, die auf der Grundlage der kirchlichen Lehre stehen und von dort aus ihren Beitrag leisten. Den Terminus “Basis” hat kein Katholik für sich gepachtet!
Als aktiver Katholik bitte ich jeden Mitchristen, sich von allen Seiten gut zu informieren, bevor er sich entscheidet, sich von der Kirche zu verabschieden.
Hallo Borromeo,
zuerst einmal danke für den ausführlichen Kommentar. Ich möchte etwas erwidern bzw. verdeutlichen. Dieser Beitrag hat mein Unverständnis bzgl. der “Unterdrückung der Petition” zum Inhalt. Die inhaltliche Diskussion ist mit den Urhebern der Petition zu führen nicht mit mir. Und eines ist mir bsonders wichtig, ich habe kein Wort über einen Abschied von der Kirche geschrieben.
viele Grüße Eberhard Huber
Hallo Herr Dr. Huber,
bei meiner Recherche über diese “Petition” bin ich auf Ihre private Seite gestoßen und habe auch hier (wie zur Zeit an vielen Orten im Zusammenhang mit diesem und anderen Themen) eine Blickrichtung auf die Katholische Kirche festgestellt, die in meinen Augen sehr einseitig und von viel Uninformiertheit geprägt ist. Speziell die Kommentare hier (sie sind symptomatisch für sehr viele Meinungsäußerungen auch an anderer Stelle) zeugen deutlich zunächst von Unwissenheit zu den Themen Zölibat und Frauenpriestertum, zielen aber dennoch(!) ohne Zögern unisono gegen die vermeintlich “antiquierte”, von “alten Herren regierte” und damit angeblich überholte Katholische Kirche. Das speziell hat mich motiviert, zumindest einmal auch einen anderen Aspekt einzubringen und für diejenigen, die diese Themen wirklich interessieren, Stoff für die einschlägige Beschäftigung damit anzubieten. Meine Bemerkung zum Abschied von der Kirche bezieht sich auch nicht auf Ihren Beitrag, sondern auf die Kommentatoren und Leser Ihres Blogs. Danke an Sie, dass Sie Ihre Plattform auch für Kommentare, die eine konträre Position einnehmen, nicht verschließen.
Was den Inhalt angeht, haben Sie natürlich vollkommen recht. Die ersten Adressaten für eine Auseinandersetzung damit sind selbstverständlich die Urheber der “Petition”.
Beste Grüße,
borromeo
Hallo Herr Borromeo,
ist die Anrede in Ordnung?
Diskussion lebt immer von konträren Positionen und dem Bemühen diese Positionen zu verstehen. Das Schreiben “Ordinatio Sacerdotalis” habe ich gelesen. Johannes Paul II zitiert jedoch vor allem was die theologische Begründung angeht ältere Schriften, die ich noch nicht gelesen habe. Ich werde das in den nächsten Tagen nachholen.
Was die in Jahrhunderten gewachsene hierarchische Struktur und die oft plakative Kritik an der Kirche angeht, muss ich sagen, dass ich hierunter als aktives Kirchenmitglied zur Zeit sehr leide. Es fällt mir sehr schwer die sowohl kirchenrechtlichen als auch theologisch dogmatischen Begründungen für manche Reaktionen der “Amtskirche” in der Gemeinde zu erklären. Wie soll ich z.B. Außenstehenden erklären, dass Geschiedene wegen des Bruchs eines Sakraments nicht zur Kommunion dürfen, andererseits Priester, die ebenfalls ein Sakrament gebrochen haben, weiter die Kommunion spenden dürfen.
Um es etwas platt und pathetisch zu formulieren, viele Gläubige stehen in den Gemeinden unter großem Rechtfertigungsdruck werden aber von den diözesanen und höheren Stellen im Regen stehen gelassen. Ich sehe die Petition ein Stück weit als Hilferuf von Menschen, die zur Kirche stehen (wollen)
viele Grüße Eberhard Huber
P.S. wenn ich die weiteren Dokumente gelesen habe, werde ich hier auf jeden Fall nochmal antworten.