Herr Olsen hat ein Stöckchen für Fotografen in den Raum geworfen, es ist bei Michael reflektiert worden und bei mir gelandet. Ich habe einen anstrengenden Tag hinter mir, zum Entspannen noch ein paar Fotogedanken wälzen, das passt …
Dieses Motiv habe ich verpasst und das ärgert mich … verpasst wäre der falsche Begriff, es gibt ein paar Bilder, die ich unter schwierigen Bedingungen vorbereitet und dann verschusselt habe – unscharf *arrrggr.
Wenn es eine einzige Foto-Regel für mich gibt dann … ich sollte nur das Fotografieren was mir in irgendeiner Form am Herzen liegt – ich brauche ein inneres Motiv.
Die Kamera ist für mich … Werk- und Spielzeug.
Persönliche Momente mit Tele … würde ich niemals fotografieren.
Mein überflüssigstes Fotozubehör ist (war) … Blitz ist für mich so überflüssig, dass ich gar keinen mehr habe.
Ehrlich: Schonmal hemmungslos kopiert? … nicht bewusst, ich habe allerdings stilmäßig schon Bilder von Fotografen “kopiert”, die ich gar nicht kannte.
Besonders stolz (fotografisch gesehen) bin ich auf … ein Portrait meiner Mutter.
Dieses Foto hätte ich mir sparen können … genaugenommen die meisten. Stimmt natürlich nicht, die vielen Bilder, die der eigenen Auslese zum Opfer fallen, lassen mich lernen. Ich müsste die Frage eher so beantworten “Gibt es ein Bild von dem ich mir wünsche es nicht gemacht zu haben?” Ja – da gibt es eines, es ist ein Portrait eines Menschen, der für einen kurzen Augenblick seine Maske so weit fallen ließ, dass in dem Bild viel von seiner verletzlichen Seite sichtbar wurde – zu viel. Es war ein demaskierender Moment, den er nicht wollte. Das Bild exisitert nicht mehr, es erscheint mir dennoch auch heute noch wie eine Verletzung seiner Privatsphäre. Dass das Fotografieren autorisiert war und offen geschah, ändert nichts an meinem lausigen Gefühl.

Aebby, gerade der letzte Absatz im letzten Punkt empfinde ich sehr interessant. Der Mensch, der für einen kurzen Augenblick seine Maske fallen läßt, ist für viele Fotografen ein unbewußtes Ziel. Ich bin auch nicht frei davon. Es ist mehr als einen Gedanken wert, ob man solche Bilder machen oder sparen sollte.
Solche Momente zu erwischen ist ein Stück weit ein erstrebenswertes Ziel – keine Frage. Menschen tragen aber oft mehrere Masken übereinander. Auch beim Ablegen der Masken vor der Kamera bleibt oft noch eine (wenn auch intimere) Maske stehen. Der erwähnte Moment war jedoch einer, in dem gewissermaßen mehrere Masken auf einmal abfielen.